Eine Zwischenbilanz zur erlebnispädagogischen Arbeit in der Schule
- Gib dir Zeit
Eigentlich müsste man sagen: Nimm dir Zeit. Aber da wir selber uns vor allem Zeit wegnehmen, trifft es dieser Ausdruck besser. Es dauert eine Weile, bis man sich ein Repertoire an Übungen aufgebaut hat. Es dauert auch, bis man eine passende Übung gefunden hat. Auch die Durchführung braucht einfach Zeit. Aber das ist selten Zeitvergeudung, sondern sinnvoll verbrachte Zeit. Zeit braucht vor allem auch die Reflexion, Schüler müssen erst lernen sich zu artikulieren… und sich zu trauen. - Lasse (wo es möglich ist) los…
... von den Zwängen des Schulalltags (schnell noch der Eintrag, ...)
…von der Unlust, schon wieder im Buch nachzuschauen
…von der Vorstellung, alles im Griff haben zu müssen
…von deiner Planung und lasse dich auf das, was kommt, ein. - Beobachte genau, sei flexibel
Während der Übungen und in der Reflexion gibt es tolle Möglichkeiten, seine Schüler genau zu beobachten. Offen sein für Entwicklungen, für Überraschungen, für notwendige Maßnahmen, um dem Ziel näher zu kommen ist grundlegend. Auch ich als Lehrerin sollte meine Tätigkeit, meine Wirkung, meine Art der Leitung immer wieder überprüfen. - Betrachte den Prozess, achte die Prinzipien
Auch wenn ich als Leitung ein Ziel vor Augen habe, ist die Auswahl der Übungen orientiert an dem Stand der Gruppe. Damit orientiere ich mich am Prozess der Gruppe, der das Tempo und die Qualität bestimmt.
Es gilt das Prinzip der E-Kette: Ereignis Erlebnis Erfahrung Erkenntnis/Transfer
Verhalte dich nach den Prinzipien der Erlebnispädagogik (EP), beachte Lernzyklus, Lernzonenmodell und achte auf das Prinzip der Freiwilligkeit. - Sei authentisch, offen und vertrau dir selbst
Verlass dich auf deine bisherige Erfahrung. Schaue auch auf dich und deinen Prozess. Überprüfe, welche Spiele zu dir passen, wie du moderierst und reflektierst. Schau auch auf deine Klasse. Sie unterscheidet sich mit Sicherheit von den anderen, du unterscheidest dich von Kollegen. Also lassen sich die Übungen in ihrer Wirkung nicht einfach übertragen. Trotzdem ist der Austausch wichtig, er inspiriert einfach oder zeigt mir meine Scheuklappen. - Fang klein an und sei bereit zu lernen
Sinnvollerweise muss man zunächst eine Auswahl treffen. Also hat es sich für uns bewährt im Kleinen anzufangen, Sicherheiten zu bekommen und darauf aufzubauen. Enttäuschungen oder Misserfolge müssen sein, denn sie zeigen, wie es nicht so gut funktioniert. Das hilft mir weiter, um die nächste Übung anders zu machen. Nicht die Menge der Spiele, sondern die Qualität und ihr sinnvoller Einsatz unterstützen einen Prozess. - Achte auf eine vertrauensvolle Atmosphäre
Kinder haben häufig zunächst Angst, sich zu blamieren oder bloßgestellt zu werden. Das behindert natürlich die Qualität der erlebnispädagogischen Übungen. Entsprechende Sicherheiten müssen durch den Teamer vermittelt werden. - Übertrage die Erkenntnisse auf den schulischen Alltag
Reflexionen dienen dazu, etwas zu erkennen. Diese Erkenntnis kann gut genutzt werden, um in Zukunft etwas anders zu machen. Hier ist es die Aufgabe des Lehrers, diese formulierten Erkenntnisse in den Alltag zu holen. Das funktioniert im Bereich von Arbeitshaltungen genauso, wie im inhaltlichen Bereich. Umgekehrt lassen sich auch Lehrplaninhalte im Sinne der Erlebnispädagogik (EP) bearbeiten. - Schul-Erlebnis-Pädagogik ist ein Unterrichtsprinzip
Die Erlebnispädagogik (EP) steht im Dienst der Schule. Das begrenzt zwar die EP, erweitert aber die Möglichkeiten von schulischer Arbeit. Der Individualisierung der Schüler, der veränderten Kindheit wird stärker Rechnung getragen. Soziales Lernen wird durch Schul-Erlebnis-Pädagogik gefördert.
Deshalb wagen wir die These:
Erlebnispädagogik in der Schule ist in ihrer Wirkung umso intensiver, vielfältiger und nachhaltiger, je heterogener eine Klasse ist. Das müssen wir für den restlichen Schulalltag nur nutzbar machen! Wir arbeiten daran!